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Ernährung

Planetary Health Diet: Dein veganer Wochenplan mit Frühstück, Mittag und Abendessen

Lena Vogt
Sieben verschiedene pflanzliche Mahlzeiten auf Holzbrettchen — ein Wochenplan der Planetary Health Diet

Du hast unseren Artikel zur Planetary Health Diet gelesen und fragst dich: Wie sieht das konkret auf meinem Teller aus? Hier kommt die Antwort — ein kompletter veganer Wochenplan mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen für 7 Tage.

Der Plan orientiert sich an den Mengenempfehlungen der EAT-Lancet-Kommission (Willett et al., The Lancet, 2019), setzt aber konsequent auf pflanzliche Alternativen. Das Ergebnis: eine Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe liefert, gut schmeckt und den ökologischen Fußabdruck minimiert.

Die Grundprinzipien

Bevor wir in die einzelnen Tage einsteigen, hier die Leitplanken:

  • Hälfte des Tellers: Gemüse und Obst (500 g pro Tag)
  • Ein Viertel: Vollkorngetreide (Haferflocken, Reis, Vollkornbrot, Pasta)
  • Ein Viertel: Pflanzliches Protein (Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Nüsse)
  • Täglich: 1 EL Leinöl oder 3 Walnüsse (Omega-3), eine Handvoll Nüsse (50 g)
  • Supplement: Vitamin B12 täglich, Algenöl für DHA/EPA, Vitamin D im Winter

Montag

Frühstück: Overnight Oats mit Beeren

50 g Haferflocken mit 200 ml Sojamilch (kalziumangereichert), 1 EL Chiasamen, 1 EL Walnüsse und einer Handvoll Blaubeeren am Vorabend ansetzen. Morgens mit frischen Beeren toppen.

Zum Rezept: Overnight Oats mit Beeren

Nährstoff-Highlight: Haferflocken liefern Eisen und Beta-Glucane (gut für den Cholesterinspiegel), Chiasamen bringen Omega-3 (ALA), die Sojamilch deckt einen Teil des Calciumbedarfs.

Mittagessen: Buddha Bowl mit Tahini-Dressing

Quinoa, Kichererbsen, geröstete Süßkartoffel, Rotkohl, Edamame, Avocado und Tahini-Dressing. Dazu ein Bett aus Blattspinat.

Zum Rezept: Buddha Bowl mit Tahini

Abendessen: Cremige rote Linsensuppe

Rote Linsen mit Kokosmilch, Kurkuma, Kreuzkümmel und Ingwer. Dazu eine Scheibe Vollkornbrot mit Hummus.

Zum Rezept: Cremige Linsensuppe

Snack

Eine Handvoll Mandeln (30 g) und ein Apfel.


Dienstag

Frühstück: Avocado Toast mit Kichererbsen

Vollkornbrot mit zerdrückter Avocado, gerösteten Kichererbsen, Cherry-Tomaten und Zitronensaft. Frisch gemahlener Pfeffer und Chiliflocken darüber.

Zum Rezept: Avocado Toast Varianten

Mittagessen: Vollkorn-Pasta mit Linsen-Bolognese

Spaghetti aus Vollkornmehl mit einer kräftigen Sauce aus braunen Linsen, Tomaten, Karotten, Sellerie und frischem Basilikum. Hefeflocken als Parmesan-Ersatz.

Zum Rezept: Spaghetti Bolognese mit Linsen

Abendessen: Großer Salat mit weißen Bohnen und Walnüssen

Gemischter Blattsalat, weiße Bohnen, Walnüsse, Gurke, Paprika, sonnengetrocknete Tomaten und ein Dressing aus Olivenöl, Zitrone und Senf. Dazu Vollkornbrot.

Snack

Energy Balls mit Datteln und Kakao (2–3 Stück).


Mittwoch

Frühstück: Smoothie Bowl

200 ml Hafermilch, 1 gefrorene Banane, 1 Handvoll Spinat, 1 EL Erdnussbutter und 1 EL Leinsamen mixen. Topping: Granola, Kokosflocken und frisches Obst.

Nährstoff-Highlight: Spinat im Smoothie liefert Eisen und Folsäure, die Banane Kalium, das Leinsamenöl Omega-3.

Mittagessen: Veganes Pad Thai

Reisnudeln mit Tofu, knackigem Gemüse (Paprika, Karotten, Frühlingszwiebeln), Erdnüssen und einer Sauce aus Sojasauce, Limette und Chili.

Zum Rezept: Veganes Pad Thai

Abendessen: Rauchige Kartoffelsuppe mit Kichererbsen

Kartoffeln, Räuchertofu, geröstete Kichererbsen und Paprikapulver — deftig und sättigend.

Zum Rezept: Rauchige Kartoffelsuppe

Snack

Karottensticks mit Hummus.


Donnerstag

Frühstück: Porridge mit Zimt und Äpfeln

50 g Haferflocken mit 200 ml Sojamilch aufkochen, 1 geriebener Apfel, Zimt, 1 EL Walnüsse und etwas Ahornsirup. Warm und sättigend.

Mittagessen: Kichererbsen-Curry mit Reis

Kichererbsen in einer würzigen Tomaten-Kokos-Sauce mit Kreuzkümmel, Kurkuma und Garam Masala. Dazu Basmatireis und frischer Koriander.

Abendessen: Veganer Flammkuchen

Dünner Teig mit veganem Schmand, Lauch, Räuchertofu und roten Zwiebeln. Dazu ein grüner Salat mit Leinöl-Dressing.

Zum Rezept: Veganer Flammkuchen

Snack

Eine Handvoll Cashews (30 g) und eine Birne.


Freitag

Frühstück: Vegane Pancakes mit Beeren

Fluffige Pancakes aus Dinkelmehl, Hafermilch und Apfelmus. Getoppt mit frischen Beeren und einem Klecks Erdnussbutter.

Zum Rezept: Vegane Pancakes

Mittagessen: Grünes Thai-Curry

Tofu, Brokkoli, Zuckerschoten, Paprika und Bambussprossen in grüner Currypaste mit Kokosmilch. Dazu Jasminreis.

Zum Rezept: Grünes Thai-Curry

Abendessen: Orientalischer Linsensalat

Beluga-Linsen mit geröstetem Blumenkohl, Granatapfelkernen, frischer Petersilie, Minze und einem Dressing aus Olivenöl und Zitrone. Dazu Fladenbrot.

Snack

Energy Balls und ein Stück Obst.


Samstag

Frühstück: Tofu-Rührei auf Vollkornbrot

Naturtofu mit Kurkuma (Farbe), Kala Namak (Ei-Geschmack), Paprikapulver und frischen Tomaten in der Pfanne zubereitet. Dazu getoastetes Vollkornbrot und Avocado.

Zum Rezept: Schnelles veganes Frühstück

Nährstoff-Highlight: Tofu liefert hochwertiges Protein und Calcium (wenn mit Calciumsulfat hergestellt). Kurkuma wirkt entzündungshemmend.

Mittagessen: Vegane One-Pot-Pasta

Pasta, Kirschtomaten, weiße Bohnen, Oliven und Spinat — alles in einem Topf gekocht. Einfach, schnell, wenig Abwasch.

Zum Rezept: Vegane One-Pot-Gerichte

Abendessen: Gemüse-Wok mit Tempeh

Marinierter Tempeh mit Brokkoli, Pak Choi, Karotten, Pilzen und Sesam. Dazu Vollkornreis und Sojasauce.

Snack

Edamame mit Meersalz (100 g).


Sonntag

Frühstück: Brunch — Bananenbrot mit Nussbutter

Ein Stück saftiges veganes Bananenbrot mit Mandelbutter und frischen Beeren. Dazu ein großer Sojamilch-Cappuccino.

Mittagessen: Buddha Bowl Variante

Brauner Reis, Edamame, marinierter Grünkohl, Rotkohl, Avocado, Kimchi, Sesam und ein Erdnuss-Limetten-Dressing. Eine bunte Nährstoffbombe.

Abendessen: Vegane Kürbissuppe mit Ingwer

Cremige Kürbissuppe mit Kokosmilch, Ingwer und gerösteten Kürbiskernen. Dazu Vollkornbrot mit veganem Frischkäse.

Zum Rezept: Vegane Kürbissuppe

Snack

Schokoladenmousse aus Avocado — Dessert als Sonntagsbelohnung.


Einkaufsliste für die Woche

Damit du nicht vor jedem Tag einzeln einkaufen musst, hier die Basiszutaten gesammelt:

Frisch

  • Gemüse: Brokkoli, Spinat, Blattsalat, Paprika, Karotten, Süßkartoffel, Kürbis, Blumenkohl, Rotkohl, Tomaten, Zucchini, Pak Choi, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Gurke
  • Obst: Bananen (6), Äpfel (2), Birnen (1), Zitronen (3), Limetten (2), Blaubeeren, Himbeeren, Granatapfel
  • Kräuter: Basilikum, Koriander, Petersilie, Minze
  • Avocados (3–4)
  • Tofu natur (2 Packungen, 400 g)
  • Räuchertofu (1 Packung, 200 g)
  • Tempeh (1 Packung, 200 g)

Vorratskammer

  • Haferflocken (500 g)
  • Vollkornreis / Basmatireis (500 g)
  • Vollkorn-Spaghetti (500 g)
  • Reisnudeln (200 g)
  • Quinoa (200 g)
  • Vollkornbrot (1 Laib)
  • Dinkelmehl (für Pancakes)
  • Rote Linsen (300 g)
  • Braune/Beluga-Linsen (200 g)
  • Kichererbsen (2 Dosen à 400 g)
  • Weiße Bohnen (1 Dose, 400 g)
  • Kokosmilch (2 Dosen)
  • Passierte Tomaten (2 Dosen)
  • Sojasauce / Tamari
  • Currypaste (grün)
  • Tahini
  • Erdnussbutter
  • Hefeflocken
  • Hummus (1 Becher oder selbst gemacht)

Nüsse & Samen

  • Walnüsse (150 g)
  • Mandeln (150 g)
  • Cashews (100 g)
  • Erdnüsse (100 g)
  • Chiasamen (50 g)
  • Leinsamen (geschrotet, 100 g)
  • Sesam (50 g)
  • Kürbiskerne (50 g)

Pflanzenmilch & Co.

  • Sojamilch, kalziumangereichert (2 Liter)
  • Hafermilch (1 Liter)
  • Veganer Schmand (1 Becher, für Flammkuchen)
  • Veganer Frischkäse (1 Packung)

Gewürze & Öle

  • Olivenöl, Leinöl, Rapsöl
  • Kurkuma, Kreuzkümmel, Garam Masala, Zimt, Paprikapulver, Chiliflocken
  • Kala Namak (Schwarzsalz)
  • Ahornsirup
  • Senf

Nährstoff-Check: Was der Plan liefert

Dieser Wochenplan deckt die wichtigsten Nährstoffe einer pflanzlichen Ernährung ab:

NährstoffQuellen im PlanTipp
Protein (50–70 g/Tag)Linsen, Kichererbsen, Tofu, Tempeh, Quinoa, Nüsse, EdamameBei sportlicher Aktivität Portionen erhöhen
EisenLinsen, Kichererbsen, Haferflocken, Spinat, KürbiskerneImmer mit Vitamin C kombinieren (Zitronensaft, Paprika) — mehr dazu
Calcium (1.000 mg/Tag)Kalziumangereicherte Sojamilch, Tofu, Brokkoli, Sesam, MandelnSojamilch statt Hafermilch liefert mehr Protein + Calcium
Omega-3 (ALA)Leinsamen, Walnüsse, Chiasamen, LeinölFür DHA/EPA: Algenöl supplementieren — mehr dazu
ZinkKürbiskerne, Sesam, Linsen, Haferflocken, CashewsEinweichen/Keimen verbessert die Aufnahme
B-VitamineHefeflocken (B12 angereichert), Vollkorn, HülsenfrüchteB12 trotzdem supplementieren — warum, erfährst du hier
Ballaststoffe (30+ g/Tag)Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse, Obst, NüsseMehr als genug in diesem Plan — das Darmmikrobiom freut sich

Was du supplementieren solltest

Auch mit dem besten Wochenplan brauchst du bei einer rein pflanzlichen Ernährung drei Supplements:

  1. Vitamin B12: 250–500 µg täglich oder 2.500 µg wöchentlich — nicht verhandelbar
  2. Vitamin D: 1.000–2.000 IE täglich, besonders von Oktober bis März
  3. Omega-3 (DHA/EPA): 250 mg täglich über Algenöl

Ausführliche Empfehlungen findest du in unserem Supplement-Guide.

Meal-Prep-Tipps für die Woche

Du musst nicht jeden Tag von Grund auf kochen. Mit etwas Vorbereitung am Sonntag sparst du unter der Woche enorm viel Zeit:

Am Sonntag vorbereiten:

  • Reis und Quinoa für 2–3 Tage vorkochen
  • Overnight Oats für Montag und Mittwoch ansetzen
  • Hummus frisch machen (oder kaufen)
  • Gemüse waschen und grob schneiden
  • Energy Balls auf Vorrat zubereiten (halten 1–2 Wochen im Kühlschrank)
  • Dressings (Tahini, Erdnuss-Limette) in Gläsern vorbereiten

Unter der Woche:

  • Suppen und Currys ergeben immer 2–3 Portionen — Reste für den nächsten Tag mitnehmen
  • Die Linsen-Bolognese hält 3–4 Tage im Kühlschrank
  • Tofu-Rührei ist in 10 Minuten fertig — kein Vorkochen nötig

Mehr dazu in unserem Meal-Prep-Guide für Anfänger und im Meal-Prep-Wochenplan.

Fazit: Einfacher, als du denkst

Die Planetary Health Diet im Alltag umzusetzen ist keine Raketenwissenschaft. Dieser Wochenplan zeigt: Mit ein paar Grundzutaten, etwas Meal Prep und den richtigen Gewürzen kannst du dich eine ganze Woche lang abwechslungsreich, nährstoffreich und lecker pflanzlich ernähren — für etwa 35–50 € pro Person.

Das Beste daran: Jede einzelne Mahlzeit in diesem Plan ist nicht nur gut für dich, sondern auch für den Planeten. Laut der EAT-Lancet-Kommission könnten wir mit dieser Art zu essen 11 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindern und den ernährungsbedingten CO₂-Fußabdruck um mehr als die Hälfte reduzieren.

Wenn du tiefer in die Wissenschaft hinter der Planetary Health Diet eintauchen willst, lies unseren ausführlichen Artikel zur EAT-Lancet-Studie. Und wenn du gerade erst mit pflanzlicher Ernährung startest, findest du in unserem Einstiegs-Guide den perfekten ersten Schritt.

Häufige Fragen

Deckt der Wochenplan alle Nährstoffe ab?
Der Plan liefert reichlich Protein, Eisen, Calcium und Omega-3 (ALA) über pflanzliche Quellen. Vitamin B12 musst du täglich supplementieren (die DGE empfiehlt 4 µg), und für DHA/EPA ist ein Algenöl-Supplement sinnvoll. Vitamin D solltest du im Winter ergänzen.
Kann ich die Mahlzeiten tauschen oder anpassen?
Ja, der Plan ist flexibel. Du kannst Tage tauschen, Mahlzeiten zwischen Mittag und Abend wechseln oder einzelne Gerichte durch Alternativen mit ähnlichem Nährstoffprofil ersetzen. Wichtig ist die Gesamtbalance über die Woche.
Wie viel kostet der Wochenplan?
Der Plan basiert auf günstigen Grundnahrungsmitteln: Haferflocken, Linsen, Kichererbsen, Reis, saisonales Gemüse und Nüsse. Die Kosten liegen bei etwa 35–50 € pro Person und Woche — je nach Region und ob du Bio kaufst.
Ist der Plan auch für Sportler geeignet?
Ja, mit Anpassungen. Sportler brauchen mehr Kalorien und Protein. Erhöhe die Portionsgrößen, füge eine Extra-Portion Hülsenfrüchte oder Tofu hinzu und ergänze bei Bedarf Nüsse und Samen als Snacks. Unser Artikel zu veganem Muskelaufbau gibt weitere Tipps.
Wie viel Zeit brauche ich zum Kochen?
Die meisten Mahlzeiten sind in 20–30 Minuten fertig. Mit Meal Prep am Sonntag (Reis vorkochen, Hummus machen, Gemüse schneiden) sparst du unter der Woche zusätzlich Zeit. Die Overnight Oats und Salate brauchen quasi keine aktive Kochzeit.

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