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Gesundheit

Ernährung bei Brustkrebs: Was pflanzliches Essen während und nach der Therapie leisten kann

Lena Vogt
Rosa Schleife als Zeichen der Brustkrebs-Aufklärung auf einer rosa Leinenserviette, dahinter eine Schale mit gebratenem Tofu, Brokkoli, Edamame und Graupen, ein Schälchen Himbeeren und ein Glas Wasser mit Zitrone

Im Oktober sieht man sie überall: die rosa Schleife. Sie ist das Zeichen des Brustkrebsmonats, den viele auch „Pinktober“ nennen. Es geht um Aufklärung, Früherkennung und um die Menschen, die mit der Diagnose leben (Deutsche Krebshilfe). Und das sind viele: In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 75.000 Frauen und etwa 770 Männer an Brustkrebs. Etwa eine von acht Frauen trifft es im Laufe ihres Lebens (Zentrum für Krebsregisterdaten, 2026).

Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch mit eigenen Fragen. Eine taucht dabei immer wieder auf: Was soll ich jetzt eigentlich essen?

Die ehrliche Antwort vorweg: Kein Lebensmittel und keine Diät heilt Brustkrebs. Aber was auf deinem Teller landet, macht einen Unterschied – dafür, wie du durch die Therapie kommst, und für deine Gesundheit in den Jahren danach. Wer pflanzlich isst, bringt dafür schon viel mit. Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchte, wie Fachleute sie nach der Diagnose empfehlen, stehen bei dir ohnehin auf dem Speiseplan.

In diesem Beitrag erfährst du, was Studien und Fachgesellschaften zur Ernährung bei Brustkrebs sagen, was es mit Soja auf sich hat und warum Nahrungsergänzungsmittel eine Absprache brauchen. Zwei eigene Abschnitte richten sich an Menschen mit Fructoseintoleranz und mit Nussallergie. Am Ende findest du eine Infografik zum Herunterladen und Anlaufstellen mit Telefonnummern und Links. Nimm den Beitrag als Grundlage für das Gespräch mit deinem Behandlungsteam – er ersetzt es nicht.

Was Ernährung bei Brustkrebs leisten kann – und was nicht

Wie viel Ernährung beim Verlauf von Brustkrebs bewirkt, haben Forschende in den USA in zwei großen Studien geprüft. Dabei wurden Frauen nach ihrer Behandlung per Zufall entweder einer Ernährungsumstellung oder einer Vergleichsgruppe zugeteilt.

  • In der WHEL-Studie mit 3.088 Frauen sollte die Hälfte über Jahre besonders viel Gemüse, Obst und Ballaststoffe und dazu wenig Fett essen. Nach gut sieben Jahren waren Rückfälle trotzdem nicht seltener als in der Vergleichsgruppe: Einen Rückfall oder neuen Brustkrebs bekamen 16,7 Prozent der Frauen mit Ernährungsumstellung, in der Vergleichsgruppe 16,9 Prozent (Pierce et al., 2007).
  • In der WINS-Studie mit 2.437 Frauen nach den Wechseljahren senkten 975 von ihnen vor allem den Fettanteil ihrer Ernährung. In einer Zwischenauswertung nach rund fünf Jahren hatten 9,8 Prozent von ihnen einen Rückfall, in der Vergleichsgruppe 12,4 Prozent. Allerdings wogen die Frauen der Fettspar-Gruppe im Schnitt auch etwa 2,7 Kilo weniger, und der Unterschied war statistisch knapp (Chlebowski et al., 2006).

Was heißt das für dich? Selbst eine sehr konsequente Ernährungsumstellung allein hat in der WHEL-Studie keine Rückfälle verhindert. Es kommt auf das Gesamtbild an: abwechslungsreich und pflanzenbetont essen, ein gesundes Körpergewicht halten, dich bewegen und Alkohol weglassen. Genau das empfehlen der World Cancer Research Fund und die Amerikanische Krebsgesellschaft Menschen nach einer Krebsdiagnose, sobald die akute Behandlung vorbei ist (WCRF; Rock et al., 2022). Auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums rät zu viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchten – und ausdrücklich ab von extremen Diäten (KID, Leben mit Brustkrebs).

Vorsicht bei Heilversprechen

Im Netz kursieren viele „Krebsdiäten“: Zucker komplett streichen, um den Tumor „auszuhungern“, strenge Kostformen oder Saftkuren. Für keine davon ist belegt, dass sie Krebs heilt oder Rückfälle verhindert. Weil solche Diäten oft einseitig sind, können sie dir während der Therapie sogar Kraft rauben – bis hin zur Mangelernährung (KID, Krebsdiäten). Dein Körper braucht jetzt vor allem eins: genug von allem.

Während der Therapie: bei Kräften bleiben

Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, Antihormon- oder zielgerichtete Therapie: Jede Behandlung fordert deinen Körper. In dieser Zeit verschiebt sich das Ziel. Wichtiger als jedes Detail ist, dass du genug isst, um Gewicht und Muskeln zu halten.

Eiweiß spielt dabei eine Hauptrolle. Die Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) empfiehlt Menschen mit Krebs, täglich mehr als 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu essen, wenn möglich bis zu 1,5 Gramm (Arends et al., 2017). Für eine Frau mit 65 Kilo sind das rund 65 bis 100 Gramm am Tag. Pflanzlich klappt das gut, wenn du die Eiweißquellen über den Tag verteilst:

  • Tofu und Tempeh liefern rund 17 beziehungsweise 20 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm (Tofu, Tempeh). Sie schmecken mild und lassen sich weich oder knusprig zubereiten – welche Sorte wofür passt, erklärt unser Beitrag zu den Tofu-Arten.
  • Linsen, Kichererbsen und Bohnen passen als Suppe oder Püree auch an Tagen, an denen Kauen schwerfällt.
  • Sojadrink und Sojajoghurt bringen mehr Eiweiß mit als Hafer- oder Mandeldrink: Sojadrink hat gut 3 Gramm pro 100 Milliliter, Haferdrink knapp 1 Gramm (Sojadrink, Haferdrink).
  • Mehr Ideen findest du in unserer Liste der besten pflanzlichen Proteinquellen.

Wenn Nebenwirkungen den Appetit bremsen

Übelkeit, veränderter Geschmack, ein wunder Mund: Viele Nebenwirkungen machen das Essen schwer. Übelkeit kann man heute meist gut verhindern oder behandeln – sprich dein Team an, wenn sie dich plagt (KID, Ernährung bei Krebstherapien). Zusätzlich können kleine Kniffe helfen, die der Krebsinformationsdienst als Erfahrungswerte nennt (KID, Ernährungsberatung):

  • Iss, wenn du Hunger hast, nicht nach der Uhr – lieber mehrere kleine Portionen als drei große Mahlzeiten.
  • Mach kleine Portionen gehaltvoller: Ein Schuss Öl oder Pflanzensahne im Püree bringt Energie, ohne dass die Portion wächst.
  • Würze gegen die Appetitlosigkeit: Kräuter, eine kräftige Brühe oder Gewürze wie Ingwer und Zimt können den Appetit anregen.
  • Bei wundem Mund meidest du am besten sehr Heißes, Saures, Scharfes, Trockenes und Krümeliges. Weiche Speisen wie Suppen, Porridge und Pürees sind angenehmer (KID, Schleimhautentzündungen).

Eine professionelle Ernährungsberatung lohnt sich, sobald du merkst, dass du ungewollt abnimmst oder deine Kraft nachlässt. Sprich das früh an, nicht erst, wenn die Kleidung schon deutlich weiter sitzt. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten häufig teilweise oder ganz, wenn deine Ärztin oder dein Arzt die Beratung verordnet (KID, Ernährungsberatung).

Wenn deine Abwehr geschwächt ist

Während einer Chemotherapie sind die Abwehrkräfte oft vorübergehend geschwächt. Dann lohnt sich besondere Küchenhygiene. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Menschen mit geschwächter Immunabwehr zum Beispiel, vorsichtshalber auf rohe Sprossen und Keimlinge zu verzichten (BfR). Frag dein Behandlungsteam, welche Regeln in deiner Therapiephase gelten.

Nahrungsergänzungsmittel: erst fragen, dann schlucken

Nach der Diagnose greifen viele zu Vitaminen, Antioxidantien oder pflanzlichen Mitteln, in der Hoffnung, den Körper zu stärken. Das ist verständlich. Doch gerade während einer Chemotherapie können Präparate mehr schaden als nützen.

Eine US-Studie mit 1.134 Brustkrebspatientinnen fand Hinweise darauf: Wer vor und während der Chemotherapie Antioxidantien wie die Vitamine A, C und E, Carotinoide oder Coenzym Q10 nahm, hatte ein um 41 Prozent höheres Rückfallrisiko – statistisch war das allerdings knapp nicht eindeutig. Auch Präparate mit Vitamin B12, die vor und während der Chemotherapie genommen wurden, und Eisenpräparate während der Chemotherapie gingen mit ungünstigeren Verläufen einher. Multivitamin-Präparate zeigten keinen Zusammenhang (Ambrosone et al., 2020).

Wichtig: Das ist eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis, und niemand weiß bisher, warum er besteht. Unabhängig davon rät der Krebsinformationsdienst, Vitamine und Mineralstoffe nur dann zu ergänzen, wenn ein Mangel ärztlich festgestellt wurde (KID, Nahrungsergänzungsmittel).

Vitamin B12: nicht absetzen, sondern absprechen

Und was heißt das für Vitamin B12, das du bei veganer Ernährung dauerhaft brauchst? Setz es nicht eigenmächtig ab. Ein B12-Mangel kann Nerven und Blutbildung schädigen, und dieses Risiko verschwindet während der Therapie nicht (Vitamin B12 bei veganer Ernährung). Die Studie oben sagt nichts über eine normale B12-Versorgung außerhalb der Chemotherapie aus. Sag deinem Behandlungsteam, dass du vegan lebst, und kläre gemeinsam, welche Dosis rund um die Chemotherapie sinnvoll ist. Frag auch nach einer Messung deiner B12-Werte.

Das gehört in jedes Arztgespräch

  • Schreib alles auf, was du einnimmst: Vitamine, Mineralstoffe, pflanzliche Präparate, Heiltees, Pulver – auch was harmlos wirkt.
  • Grapefruit: Für die CDK4/6-Hemmer Palbociclib, Ribociclib und Abemaciclib (Handelsnamen Ibrance, Kisqali und Verzenios), die bei hormonabhängigem Brustkrebs eingesetzt werden, raten die Fachinformationen von Grapefruit und Grapefruitsaft ab. Die Frucht kann den Abbau der Medikamente bremsen (EMA, Kisqali; Ibrance; Verzenios). Frag nach, ob das für deine Therapie gilt.
  • Johanniskraut: Dieselben Fachinformationen nennen auch Johanniskraut, weil es den Abbau dieser Medikamente beschleunigt und ihre Wirkung schwächen kann. Fachleute raten Menschen in Krebstherapie generell davon ab (Caraci et al., 2011).
  • Isoflavon-Präparate: Das BfR rät Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen ab (KID, Soja und Brustkrebs). Sojalebensmittel sind etwas anderes – dazu gleich mehr.

Knochen im Blick, besonders bei Aromatasehemmern

Aromatasehemmer sind eine häufige Antihormontherapie nach den Wechseljahren. Sie können den Knochenabbau beschleunigen (Hadji et al., 2011). Fachleute empfehlen deshalb, zu Beginn der Therapie das Bruchrisiko einzuschätzen, zum Beispiel mit einer Knochendichtemessung (Waqas et al., 2021). Frag in deiner Praxis danach.

Selbst tun kannst du auch einiges: Calcium über Lebensmittel sichern, etwa mit Tofu, der mit Calciumsulfat hergestellt wurde, mit calciumangereicherten Pflanzendrinks und grünem Gemüse. Dazu kommen regelmäßige Bewegung und eine gute Vitamin-D-Versorgung. Ob du dafür ein Präparat brauchst und in welcher Dosis, besprichst du zu Beginn der Therapie mit deiner Praxis. Mehr dazu liest du in Calcium pflanzlich, Vitamin D vegan und Knochengesundheit ohne Milch.

Soja bei Brustkrebs: Dein Tofu darf bleiben

Diese Frage beschäftigt viele Pflanzenesser:innen nach der Diagnose: Darf ich mit Brustkrebs Soja essen? Die Sorge dahinter: Soja enthält Isoflavone. Das sind Pflanzenstoffe, die dem körpereigenen Hormon Östrogen ähneln. Und viele Brustkrebsarten wachsen hormonabhängig.

Die Studienlage ist beruhigend:

  • In Shanghai begleiteten Forschende 5.042 Frauen nach einer Brustkrebsdiagnose. Die Frauen, die am meisten Soja aßen, hatten ein um 29 Prozent geringeres Sterberisiko und 32 Prozent seltener einen Rückfall als die mit dem geringsten Verzehr – unabhängig davon, ob sie Tamoxifen nahmen (Shu et al., 2009).
  • Eine gemeinsame Auswertung von 9.514 Frauen aus den USA und China kam zu einem ähnlichen Bild: Wer mindestens 10 Milligramm Isoflavone am Tag aufnahm, hatte 25 Prozent seltener einen Rückfall (Nechuta et al., 2012).
  • Auch in einer weiteren Studie mit 6.235 Frauen ging mehr Isoflavon mit einer um 21 Prozent geringeren Sterblichkeit einher (Zhang et al., 2017).

Beobachtungsstudien können keinen Schutz beweisen. Die große Auswertung des World Cancer Research Fund stuft den günstigen Zusammenhang als begrenzt, aber hinweisend ein (Tsilidis et al., 2023). Ein Risiko durch Sojalebensmittel zeigt keine dieser Studien. Der Krebsinformationsdienst hält deshalb ein bis zwei Portionen Sojalebensmittel am Tag für unbedenklich – auch während einer Antihormontherapie mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern. Eine Portion entspricht etwa 100 Gramm Tofu oder 250 Milliliter Sojadrink (KID, Soja und Brustkrebs).

Auch Leinsamen und Hummus musst du nicht vom Teller verbannen. Bei maßvollem Verzehr sind laut Krebsinformationsdienst keine Risiken belegt (KID, Leben mit Brustkrebs).

Antihormontherapien können Beschwerden wie in den Wechseljahren auslösen, etwa Hitzewallungen. Was Ernährung dabei leisten kann, liest du in unserem Beitrag zu den Wechseljahren. Bei Brustkrebs gilt dabei aber die Orientierung von ein bis zwei Soja-Portionen am Tag.

Nach der Therapie: was dir langfristig guttut

Ist die Akuttherapie geschafft, rückt die langfristige Gesundheit in den Vordergrund. Der World Cancer Research Fund rät, dann so weit wie möglich den allgemeinen Empfehlungen zur Krebsvorbeugung zu folgen und sich dabei fachlich beraten zu lassen (WCRF). Diese Empfehlungen decken sich weitgehend mit einer gut geplanten pflanzlichen Ernährung:

  • Ballaststoffe und Vollkorn: In der großen Auswertung des World Cancer Research Fund war jedes Plus von 10 Gramm Ballaststoffen am Tag nach der Diagnose mit einer um 13 Prozent geringeren Sterblichkeit verbunden (Becerra-Tomás et al., 2023). Die Fachleute bewerten die Beweislage als begrenzt, aber hinweisend. Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse und Obst liefern reichlich davon. Wie du auf die empfohlenen 30 Gramm am Tag kommst, erklärt unser Beitrag zu Ballaststoffen.
  • Gute Fette: Raps-, Lein- und Olivenöl liefern ungesättigte Fettsäuren. Leinöl, geschroteter Leinsamen und Rapsöl bringen außerdem pflanzliches Omega-3 mit (Omega-3 vegan).
  • Alkohol am besten weglassen: Das rät der Krebsinformationsdienst (KID), und auch für die Amerikanische Krebsgesellschaft ist kein Alkohol die beste Wahl (Rock et al., 2022). In einer US-Studie mit 1.897 Frauen hatten die, die täglich mindestens 6 Gramm Alkohol tranken – das ist etwa ein halbes kleines Glas Wein –, ein um 35 Prozent höheres Rückfallrisiko – statistisch allerdings knapp (Kwan et al., 2010).
  • Gewicht im Blick: Hier ist die Studienlage besonders klar: Laut der Auswertung des World Cancer Research Fund ist gut belegt, dass Übergewicht nach der Diagnose der langfristigen Gesundheit schadet (Tsilidis et al., 2023). Das ist kein Grund für Schuldgefühle und kein Anlass für eine Diät während Operation, Chemo- oder Strahlentherapie. Danach lohnt es sich aber, ein gesundes Gewicht langsam und ohne Crash-Diät anzusteuern. Eine Antihormontherapie läuft oft über Jahre – auch währenddessen kannst du das behutsam angehen, am besten mit einer Ernährungsberatung. Gemüse und Hülsenfrüchte machen satt, ohne dass du hungern musst.
  • Bewegung: Die Amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche und an mindestens zwei Tagen Krafttraining (Rock et al., 2022). Frag bei deiner Krebsberatungsstelle oder Krankenkasse nach Sportgruppen für die Krebsnachsorge in deiner Nähe.

So kann ein Tag aussehen

Kein Plan, den du abarbeiten musst – nur ein Beispiel, wie die Empfehlungen im Alltag aussehen können:

Mahlzeit Idee Was es bringt
Frühstück Haferflocken mit Sojajoghurt, Himbeeren und einem Löffel geschrotetem Leinsamen Eiweiß, Ballaststoffe, pflanzliches Omega-3
Mittag Graupen oder Vollkornreis mit gebratenem Tofu, Brokkoli und Erbsen Soja als Lebensmittel, Vollkorn, Gemüse
Zwischendurch Hummus mit Gemüsesticks Eiweiß für zwischendurch
Abend Cremige Linsensuppe, an empfindlichen Tagen mit wenig Curry weich, sättigend, eiweißreich

So kommst du auf etwa zwei Soja-Portionen am Tag – genau im Rahmen, den der Krebsinformationsdienst für unbedenklich hält.

Wenn du Fructose nicht verträgst („Fructoseallergie“)

Viele sprechen von einer „Fructoseallergie“. Medizinisch ist das keine Allergie, sondern eine Unverträglichkeit – und zwar eine von zwei sehr unterschiedlichen Formen (DGE, Fructosemalabsorption). Welche du hast, entscheidet darüber, wie streng du sein musst.

Angeborene Fructoseintoleranz (HFI): Alle Behandelnden müssen es wissen

Die hereditäre, also erbliche Fructoseintoleranz (HFI) ist selten. Sie betrifft etwa eines von 20.000 bis 30.000 Neugeborenen (EMA). Menschen mit HFI fehlt ein Enzym, das Fruchtzucker abbaut. Fructose, Haushaltszucker (Saccharose) und der Zuckeraustauschstoff Sorbit können bei ihnen Unterzuckerung sowie Leber- und Nierenschäden auslösen. Betroffene meiden diese Stoffe deshalb ein Leben lang (GeneReviews).

Für die Krebstherapie heißt das:

  • Sag es jedem Behandlungsteam, der Klinikküche und deiner Apotheke – am besten auch schriftlich, zum Beispiel mit einem Notfallausweis.
  • Auch Medikamente zählen. Infusionen und Arzneimittel können Fructose, Sorbit oder Saccharose als Hilfsstoff enthalten. Für Medikamente mit Fructose oder Sorbit, die in die Vene gegeben werden, gilt nach europäischer Vorgabe: Menschen mit HFI dürfen sie nicht erhalten, es sei denn, es ist zwingend erforderlich (EMA). Bei Klinikaufenthalten ist deshalb besondere Vorsicht bei Infusionen geboten (GeneReviews). Frag bei jeder neuen Infusion, jedem Arzneisaft, jeder Brausetablette und jeder Trinknahrung nach und lass Präparate von der Apotheke prüfen. Auf der Liste der kritischen Stoffe stehen auch der Süßstoff Sucralose und Polysorbate, die als Hilfsstoffe vorkommen (GeneReviews).
  • Plane deine Ernährung mit einer Fachkraft, die HFI kennt. Weil neben Obst auch manches Gemüse wegfällt, braucht es einen durchdachten Plan für Vitamin C und Ballaststoffe – gerade jetzt, wo dein Körper gut versorgt sein soll. Nimmst du wegen HFI ein zuckerfreies Multivitaminpräparat, setz es nicht eigenmächtig ab: Fachleute empfehlen es bei HFI täglich (GeneReviews). Sprich es aber im Team an.

Fructosemalabsorption: austesten statt streichen

Viel häufiger ist die Fructosemalabsorption. Dabei nimmt der Dünndarm Fruchtzucker nur begrenzt auf. Der Rest wandert in den Dickdarm, wo Bakterien ihn vergären. Die Folge können Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall sein (Allergieinformationsdienst). Gefährlich ist das nicht, aber unangenehm – und während einer Chemotherapie, die selbst oft auf den Darm schlägt, besonders lästig.

Wichtig: Bauchbeschwerden während einer Krebstherapie können viele Ursachen haben. Eine Behandlung, die die Darmschleimhaut angreift, kann zum Beispiel vorübergehend eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker auslösen. Informiere dein Team, wenn Beschwerden neu auftreten oder stärker werden, statt auf eigene Faust Lebensmittel zu streichen. Bei länger anhaltendem Durchfall droht sonst ein Nährstoffmangel (KID, Durchfall).

Steht die Diagnose fest, gehen Fachleute meist in drei Schritten vor: eine kurze Phase mit wenig Fructose, dann austesten, wie viel du verträgst, und schließlich eine Dauerernährung, die so abwechslungsreich wie möglich ist (Allergieinformationsdienst). Eine dauerhaft extrem fructosearme Kost ist dagegen weder nötig noch sinnvoll (DAAB). Praktische Tipps:

  • Obst in kleinen Portionen und zu einer Mahlzeit essen statt pur zwischendurch. Traubenzucker (Glucose) im selben Essen kann die Aufnahme von Fructose verbessern (Ebert & Witt, 2016).
  • Oft gut verträglich sind zum Beispiel Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Mandarinen und Bananen. Schwieriger sind häufig Äpfel, Birnen, Mango, Weintrauben, Trockenobst und Fruchtsäfte (GPGE).
  • Sorbit meiden: Der Zuckeraustauschstoff hemmt die Aufnahme von Fructose und kann die Beschwerden verstärken (DGE). Er steckt in zuckerfreien Bonbons und Kaugummis und natürlicherweise in Steinobst, Äpfeln und Birnen. Mehr dazu in unserem Beitrag über Zucker und Zuckerersatzstoffe.
  • Agavendicksaft ist sehr fructosereich und für dich kein guter Zuckerersatz (DGE).
  • Die gute Nachricht: Die Basis des pflanzlichen Tellers – Tofu, Tempeh, Getreide, Kartoffeln – gehört nicht zu den typischen Fructosequellen. Die Soja-Portion am Mittag bleibt dir also erhalten.

Wenn du auf Nüsse allergisch bist

Nüsse sind in der pflanzlichen Küche echte Alleskönner: Cashewcreme, Mandeldrink, Nussmus, Pesto. Mit einer Nussallergie braucht es deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit – gerade in einer Zeit, in der du eine allergische Reaktion am wenigsten gebrauchen kannst. Die gute Nachricht: Was Nüsse liefern, bekommst du auch anders.

Wo Nüsse sich verstecken

In der EU müssen Nüsse im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden. Als „Schalenfrüchte“ gelten Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashews, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien und Macadamias. Erdnüsse, Sesam, Soja und Lupine sind eigene Allergene, die ebenfalls gekennzeichnet werden (EU-Lebensmittelinformationsverordnung, Anhang II). Typische Verstecke in veganen Produkten sind:

  • Käsealternativen und Aufstriche auf Cashew-Basis
  • Pflanzendrinks aus Mandeln oder Haselnüssen
  • Pesto, Müsli und Granola
  • Marzipan, Nougat, Süßwaren und Backwaren
  • Saucen und Würzmischungen (DAAB, Nüsse)

Hinweise wie „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ sind freiwillig und gesetzlich nicht geregelt (BfR; DAAB, Nüsse). Ein fehlender Hinweis heißt also nicht automatisch, dass ein Produkt frei von Spuren ist.

Vorsicht bei Lupine: Lupinenmehl und Lupineneiweiß stecken auch in manchen veganen Produkten. Etwa jede fünfte Person mit Erdnussallergie reagiert auch auf Lupine (BfR, 2025).

Die besten Tauschpartner

Statt … Nimm … Das bringt’s
Mandel- oder Haselnussdrink Soja- oder Haferdrink mit Calcium Sojadrink liefert zusätzlich Eiweiß
Cashewcreme, Nussmus in Saucen Seidentofu, Sojajoghurt oder Hafercuisine cremig ganz ohne Nüsse
Erdnussbutter Sonnenblumenkernmus ähnliche Konsistenz – Etikett auf Spurenhinweise prüfen
Walnüsse fürs Omega-3 geschroteter Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen, Rapsöl pflanzliches Omega-3 (Omega-3 vegan)
Nüsse als Snack Kürbis- und Sonnenblumenkerne Magnesium, Zink, Eiweiß (Kürbiskerne)
Paranüsse fürs Selen Selen gezielt planen, Präparat nur nach Absprache mehr in Selen pflanzlich

Zwei Sonderfälle: Sesam ist selbst ein häufiges Allergen. Verträgst du ihn, sind Tahin und Hummus gute Ergänzungen. Kokos zählt rechtlich nicht zu den Schalenfrüchten. Eine Kokosallergie ist selten und hängt nach bisherigem Wissen nicht mit einer Nussallergie zusammen (Weinberger & Sicherer, 2018). Kläre das im Zweifel allergologisch ab.

In der Klinik

Gib deine Allergie bei der Aufnahme an – nicht nur im Arztgespräch, sondern auch für die Stationsküche. Kliniken wie das Universitätsklinikum Münster bitten ausdrücklich darum, damit die Küche vorsorgen kann (UKM). Wurde dir ein Notfallset verordnet, gehört es auch in die Kliniktasche.

Alles auf einen Blick: die Infografik

Infografik „Ernährung bei Brustkrebs“: sechs Karten zu Eiweiß während der Therapie, Soja, Nahrungsergänzungsmitteln, der Zeit nach der Therapie, Fructoseintoleranz und Nussallergie sowie drei Telefonnummern für Rat und Hilfe

Die wichtigsten Punkte dieses Beitrags passen auf eine A4-Seite – zum Aufhängen in der Küche, zum Mitnehmen ins Arztgespräch oder zum Weitergeben an jemanden, dem sie gerade helfen können: Infografik als PDF herunterladen (A4, kostenlos). Weitere Übersichten findest du auf unserer Download-Seite.

Hilfe und Anlaufstellen

Eine Brustkrebsdiagnose wirft viele Fragen auf – zur Ernährung und weit darüber hinaus. Diese Stellen helfen dir weiter, die meisten kostenlos.

Fragen stellen: am Telefon oder per E-Mail

Austausch mit anderen Betroffenen

Verlässlich informiert

Behandlung in zertifizierten Zentren

  • OncoMAP: Die Deutsche Krebsgesellschaft listet hier alle von ihr zertifizierten Krebszentren, auch Brustkrebszentren in deiner Nähe.
  • Brustzentrum des UKSH in Lübeck: Das Brustzentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Lübeck gehört zu den größten Zentren für Brusterkrankungen in Norddeutschland. Es ist Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein und wird seit 2008 nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifiziert. Diagnostik, Therapie und Nachsorge finden hier unter einem Dach statt.

Ernährungsberatung finden

„Ernährungsberater“ ist in Deutschland kein geschützter Titel. Achte deshalb auf eine anerkannte Qualifikation (KID, Ernährungsberatung). Suchen kannst du zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, den Verband der Diätassistenten oder den BerufsVerband Oecotrophologie. Ob und wie viel deine Krankenkasse übernimmt, klärst du am besten vorher direkt mit ihr.

Früherkennung: Mammographie-Screening

Frauen zwischen 50 und 75 Jahren haben in Deutschland alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie im Rahmen des Screening-Programms. Frauen zwischen 70 und 75 können sich selbst bei der Zentralen Stelle in ihrer Region anmelden, falls noch keine Einladung kommt (Gemeinsamer Bundesausschuss). Rund um den Brustkrebsmonat wirbt auch die Aufklärungskampagne Pink Ribbon Deutschland für Früherkennung.

In Österreich und der Schweiz

Wenn es dir akut schlecht geht

Eine Krebsdiagnose kann den Boden unter den Füßen wegziehen. Wenn du nicht mehr weiterweißt oder an Suizid denkst, hol dir sofort Hilfe. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym, unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 (TelefonSeelsorge). In Österreich erreichst du die Telefonseelsorge unter 142, in der Schweiz Die Dargebotene Hand unter 143. In akuter Gefahr wähl den Notruf 112.

Fazit

Deine Ernährung kann Brustkrebs nicht heilen – aber sie ist ein Bereich, in dem du selbst etwas tun kannst. Während der Therapie heißt das: bei Kräften bleiben, genug Eiweiß essen und Nebenwirkungen abfedern. Danach heißt es: bunt, ballaststoffreich und pflanzlich essen, Alkohol weglassen und in Bewegung bleiben. Soja darf bleiben, Präparate brauchen eine Absprache. Mit Fructoseintoleranz oder Nussallergie gelingt das genauso, mit etwas Planung und den richtigen Tauschpartnern.

Du musst das nicht allein herausfinden. Die Anlaufstellen oben helfen dir weiter, die meisten kostenlos. Und wenn du diesen Oktober eine rosa Schleife trägst: Vielleicht kennst du jemanden, dem dieser Beitrag gerade weiterhilft.

Geprüfte Quellen (42)

Jede Quelle verweist auf die Originalarbeit. PubMed- und DOI-Links werden vor jeder Veröffentlichung automatisiert geprüft.

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  2. Influence of a diet very high in vegetables, fruit, and fiber and low in fat on prognosis following treatment for breast cancer: the Women's Healthy Eating and Living (WHEL) randomized trial — Pierce JP et al. · JAMA · 2007PMID 17635889
  3. Dietary fat reduction and breast cancer outcome: interim efficacy results from the Women's Intervention Nutrition Study — Chlebowski RT et al. · Journal of the National Cancer Institute · 2006PMID 17179478
  4. After a cancer diagnosis: follow our recommendations, if you can — World Cancer Research Fund International
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  12. Postdiagnosis body fatness, recreational physical activity, dietary factors and breast cancer prognosis: Global Cancer Update Programme (CUP Global) summary of evidence grading — Tsilidis KK et al. · International Journal of Cancer · 2023PMID 36279885
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  14. Soja und Brustkrebs — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum · 2025
  15. Häufige Fragen zum Leben mit und nach Brustkrebs — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum · 2026
  16. Diäten bei Krebs: Wie sinnvoll sind sie? — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
  17. Nahrungsergänzungsmittel bei Krebs — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
  18. Ernährungsberatung und Ernährungstherapie bei Krebs — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
  19. Einfluss der Behandlung: Ernährung bei verschiedenen Krebstherapien — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
  20. Schleimhautentzündungen bei Krebs — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
  21. Durchfall bei Krebs — Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
  22. EHEC: BfR, BVL und RKI konkretisieren Verzehrsempfehlung zu rohen Sprossen und Keimlingen — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 2011
  23. Kisqali (Ribociclib) – Produktinformation (EPAR) — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
  24. Ibrance (Palbociclib) – Produktinformation (EPAR) — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
  25. Verzenios (Abemaciclib) – Produktinformation (EPAR) — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
  26. Metabolic drug interactions between antidepressants and anticancer drugs: focus on selective serotonin reuptake inhibitors and hypericum extract — Caraci F et al. · Current Drug Metabolism · 2011PMID 21395523
  27. Management of aromatase inhibitor-associated bone loss in postmenopausal women with breast cancer: practical guidance for prevention and treatment — Hadji P et al. · Annals of Oncology · 2011PMID 21415233
  28. Updated guidance on the management of cancer treatment-induced bone loss (CTIBL) in pre- and postmenopausal women with early-stage breast cancer — Waqas K et al. · Journal of Bone Oncology · 2021PMID 33948427
  29. Anhang zur Leitlinie der Europäischen Kommission zu sonstigen Bestandteilen in der Etikettierung und Packungsbeilage von Humanarzneimitteln — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) · 2019
  30. Information for the package leaflet regarding fructose and sorbitol used as excipients in medicinal products for human use — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) · 2017
  31. Hereditary Fructose Intolerance — Gaughan S et al. · GeneReviews · 2021
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  36. Ernährungsempfehlungen bei Fruktosemalabsorption — Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) · 2024
  37. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Anhang II — Amtsblatt der Europäischen Union · 2011
  38. Alkaloide und Allergien: Aktuelle Datenlage zu gesundheitlichen Risiken durch Lupinensamen in Lebensmitteln — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 2025
  39. Schwellenwerte für allergieauslösende Bestandteile in Lebensmitteln notwendig — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 2008
  40. Nüsse — Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)
  41. Current perspectives on tree nut allergy: a review — Weinberger T et al. · Journal of Asthma and Allergy · 2018PMID 29618933
  42. Mammographie-Screening künftig auch für Frauen von 70 bis 75 Jahren – GBA passt Früherkennungsprogramm an — Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) · 2023

Häufige Fragen

Darf ich bei Brustkrebs Soja essen?
Ja. Laut Krebsinformationsdienst gelten ein bis zwei Portionen Sojalebensmittel am Tag – etwa 100 g Tofu oder 250 ml Sojadrink pro Portion – auch während einer Antihormontherapie mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern als unbedenklich. Große Beobachtungsstudien sehen bei Frauen, die viel Soja essen, sogar seltener Rückfälle. Isolierte Isoflavon-Präparate solltest du bei hormonabhängigem Brustkrebs dagegen meiden.
Gibt es eine Diät, die Brustkrebs heilt?
Nein. Für keine sogenannte Krebsdiät ist belegt, dass sie Krebs heilt oder Rückfälle verhindert. Strenge Diäten können während der Therapie sogar schaden, weil sie zu Mangelernährung führen können. Eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung unterstützt dich dagegen gut – während und nach der Behandlung.
Soll ich während der Chemotherapie Nahrungsergänzungsmittel nehmen?
Nur nach Absprache mit deinem Behandlungsteam. In einer US-Studie hatten Frauen, die vor und während der Chemotherapie bestimmte Präparate einnahmen, eher ungünstigere Verläufe. Der Krebsinformationsdienst rät, Vitamine und Mineralstoffe nur bei einem festgestellten Mangel zu ergänzen. Vitamin B12 solltest du als Veganer:in aber nicht eigenmächtig absetzen, sondern Dosis und Zeitpunkt besprechen.
Was muss ich mit Fructoseintoleranz bei einer Krebstherapie beachten?
Das hängt von der Form ab. Bei der seltenen angeborenen Fructoseintoleranz (HFI) müssen alle Behandelnden Bescheid wissen, weil auch Infusionen und Medikamente Fructose, Sorbit oder Zucker enthalten können. Bei der häufigen Fructosemalabsorption lohnt es sich, die eigene Verträglichkeit auszutesten, statt Obst ganz zu streichen – am besten mit einer Ernährungsfachkraft.
Wie ersetze ich Nüsse bei einer Nussallergie in der pflanzlichen Küche?
Sonnenblumen-, Kürbis-, Lein- und Hanfsamen liefern ähnliche Nährstoffe wie Nüsse. Statt Mandeldrink eignen sich Soja- oder Haferdrink, statt Cashewcreme Seidentofu oder Sojajoghurt. Lies das Zutatenverzeichnis, denn Nüsse stecken oft in veganem Käse, Pesto und Müsli. Bei Erdnussallergie ist zusätzlich Vorsicht bei Lupine geboten.
Wo bekomme ich kostenlos Rat bei Brustkrebs?
Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet Fragen täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 420 30 40, kostenlos. Das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr unter 0800 80708877 erreichbar. Austausch mit anderen Betroffenen bieten zum Beispiel die Frauenselbsthilfe Krebs und mamazone.

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